Bau einer 20er Drehorgel (Höffle)

Den Bau meiner 20er Höffle habe ich am 2. Januar 2020 mit der Bestellung der Bauanleitung bei Weil Geraats „gestartet“.

Die reine Bauzeit war vom 25. Februar 2020 (erster Schnitt am Sockel) bis am 5. September 2020 (erstes Spiel vor Gästen).


Informationen und Komponenten der 20er Drehorgel (Höffle) „Eigenbau Martin“

    •    Die Höffle 20er Drehorgel

    •    Gehäuse

    •    Grundplatte und Pfeifenstock

    •    Ventilkasten

    •    Balganlage

    •    Steuerkasten

    •    Pfeifen

    •    Wagen

„Wheels“ ab Notenrolle 137 von Raffin, gespielt von Martin

Die Höffle 20er Drehorgel

Daten zur 20er Höffle:


    •    Abmessungen (ohne Wagen, Griffe und Kurbel)

            Breite

            Höhe

            Tiefe


    •    Tonstufen


    •    Anzahl Register


    •    Disposition

            Register 1

            Register 2

            Register 3

            Register 4

            Begleitung

            Bass


    •    Balgsystem

            Winddruck


    •    Steuerungssystem




55 cm

69 cm

43 cm


20


4



11 Pfeifen  (Gedackt)

11 Pfeifen  (Gedackt / auf Temolo gestimmt)

11 Pfeifen  (Gedackt / Piccolo)

11 Pfeifen  (Trompete)

  6 Pfeifen

3 + 3 Pfeifen


2 Doppelschöpfer / 1 Magazinbalg

150 mm WS


Abstromverfahren

Gehäuse

Das Gehäuse wurde weitgehend gemäss den Angaben der Bauanleitung erstellt.


Änderungen gegenüber der Bauanleitung:

a) Der Sockel wurde 2 cm höher gebaut (17 cm) damit unter dem Boden etwas mehr Platz für die Pfeifen bleibt.


b) Alle Verschraubungen der Gehäuseteile wurden mit Schrauben M5 (Innensechskant) und Einschlagmuttern erstellt. Das hat sich schon sehr bewährt! Teile des Gehäuses müssen während der Bauphase immer mal wieder entfernt oder montiert werden. Erst ganz am Schluss werden die Innensechskant-Schrauben durch Linsenkopf-Schrauben ersetzt.


c) Vorderseite und Rückseite bestehen je aus zwei Teilen.


d) Im Sockel wurde vorne und hinten je eine Leiste angebracht. Somit tauchen beide unteren Abdeckungen (Front und Rückseite) nur 5 mm in den Sockel ein und sind seitlich verschraubt.


Grundplatte und Pfeifenstock

Grundplatte und Pfeifenstock wurden weitgehend gemäss den Angaben der Bauanleitung erstellt.


Änderungen gegenüber der Bauanleitung:

a) Stärke der Platten: Deckplatte 6.5 mm; Kanzellenplatte 21 mm; Bodenplatte 4 mm


b) Zusätzliche Löscher (am Ende mit Zapfen verschlossen) zur Fixation auf der Bohrfräsmaschine.

Ventilkasten

Der Ventilkasten wurde weitgehend gemäss den Angaben der Bauanleitung erstellt.


Änderungen gegenüber der Bauanleitung:

a) Sichtfenster (zum Blick in den Ventilkasten) mit dicht verklebter Plexiglasscheibe eingebaut.

Balganlage

Die Balganlage wird im Groben in zwei Schritten gebaut: Holzkonstruktion und Belederung.

Die beiden Doppelschöpfer (unten) bringen sowohl in der Aufwärts- wie der Abwärtsbewegung Luft in den Magazinbalg (oben). Dieses System bestehend aus den beiden Doppelschöpfern („Vierzylindermotor“) und dem Magazinbalg (Speicher) gewährleisten eine ununterbrochene Luftversorgung.















Änderungen gegenüber der Bauanleitung:

a) Die „Scharniere“ bei den beiden Balgplatten und dem Magazindeckel sind Lederstreifen (anstelle von Stangenscharnier).


b) Magazinbalg wird mit Grundplatte verschraubt. Die seitlichen Abstützungen vom Magazinbalg auf den Boden entfallen.


c) Geänderte Befestigungen für die Überdruckventil-Feder und die Balgfedern.


Zusätzlich gebaut: „Testgehäuse“ und U-Rohr-Manometer zum Konfigurieren der Balgfedern und zur Verwendung als Testbalg für die Pfeifen (erst ein kleines Loch ausgangs Magazinbalg durchgebohrt).

Steuerkasten

Der Steuerkasten wurde weitgehend gemäss den Angaben der Bauanleitung erstellt.


Änderungen gegenüber der Bauanleitung:

a) Diverse kleine Änderungen zur Optimierung des Zusammenbaus (oder der Zerlegung)


b) Einbau von zusätzlichen Kugellagern bei der Walze und der Rückspulkurbel.


c) Einige Teile wurden mit dem 3D-Drucker erstellt.

Pfeifen

Die Pfeifen werden vollständig aus Birnbaumholz hergestellt. Das Holz wurde bei einem Orgelbauer bestellt und von diesem auf die korrekten Dicken vorbereitet (Brettchen: 5 mm und 6 mm; Vorschlag 10 mm und 8 mm). Die Kerne werden selbst auf jedes Mass gehobelt (Dickenhobel). Die Brettchen auf der Kreissäge zugeschnitten (Breite und Länge).

Verschiedene Lehren ermöglichen die exakte Führung in den Maschinen und erleichtern so die Herstellung der Pfeifen.


Änderungen gegenüber der Bauanleitung:

Form der Kerne der Bass- und Begleitpfeifen leicht angepasst. Pfeife spricht nun schneller und besser an.


Piccolopfeifen:

Herstellung auf dem 3D-Drucker mit GreenTec-Filament.


Trompeten (4. Register):

Nach Recherche in Internet-Foren ein Eigenbau aus Stimmzungen einer Thomann-Melodica, Kopf- und Fussteilen aus dem 3D-Drucker und Kupferrohren.

Wagen

Planung und Bau nach eigenen Vorstellungen.


Kinderveloräder 14“, ein Griff zum Anheben (Kurvenfahren) und eine Schublade für Notenrollen.

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